Liebe Leser, im Anschluß erhaltet Ihr einen detailierten Überblick über Reinhard Fißlers Kampf um den Erhalt der Multifunktionalität des Dresdner Kulturpalasts, verbunden mit der Bitte um Unterstützung. Nehmt euch die Zeit und lest euch alles aufmerksam durch. Mit dem Ausfüllen und Absenden des enthaltenen Formulars könnt ihr Reinhard außerdem bei seinem Anliegen aktiv unter die Arme greifen und beweisen, daß Kultur keine Einbahnstraße ist.
Hallo Freunde der Musik, hier meldet sich Reinhard Fißler! (von der guten alten Stern-Combo Meißen)
Ich möchte euch in der Sache des umstrittenen Umbaus des Dresdner Kulturpalastes ansprechen, einer Sache, die, wie sie länger während gelaufen ist, nach meinem Verständnis "zum Himmel schreit". Das hatte mich veranlasst, ein Gesuch an die Oberbürgermeisterin von Dresden zu richten (dieses 7seitige Schreiben - zweifelsfrei wohl etwas zu lang geraten - hat als offener Brief inzwischen bei einigen Kollegen, beim Palast und der Dresdener Presse die Runde gemacht).
Leider bin ich damit beim Bürgermeister nicht auf offene Ohren gestoßen (habe, wie es sich in der Politik bei Gesuchen "offensichtlich gehört", auch keine Antwort bekommen). Auch andere Verlautbarungen, Appelle und öffentliche Debatten mit unumstößlichen Argumenten, Bilanzen und Erhebungen... haben gegen den geplanten Umbau nichts ausrichten können.
Das "Kind" ist inzwischen in den "Brunnen gefallen": Laut Dresdener Presse und nach meinen Erkundigungen beim Kulturpalast und bei Redakteuren der Sächsischen Zeitung gab es am 03.07.08 seitens des Dresdener Stadtrates den für viele nicht erwarteten, enttäuschenden
Beschluss, den Kulturpalast in seiner bisher bekannten und sehr geschätzten Multifunktionalität in einen Konzertsaal der Philharmonie umzubauen, der für die bisher gut funktionierende Unterhaltungskunst kaum noch Kapazität gewährt (übrigens 75% Gesamtauslastung, dem entsprechende Einnahmen des Hauses wurden in den letzten Jahren nur durch die Unterhaltungskunst, Kongresse, Tagungen u. Messen erbracht - der Anteil der Philharmonie beläuft sich auf nur etwa 60 Konzert-Tage, die auch nur zu etwa 50% ausverkauft sind).
OK, ich will nicht mit Bilanzen langweilen. Auf jeden Fall "stinkt" die ganze Sache eben genau an dieser oft diskutierten Stelle.
Vielleicht kann ich dafür noch ein paar auf der Hand liegende Konsequenzen nennen, die mich ein wenig (aber nur "ganz wenig") wütend machen. Tatsachen, die jegliche Vernunft beleidigen, ausgenommen die von den Leuten, die da mandatsgemäß entschieden haben!
Die Folgen dieses Umbaus, mit denen man sich wohl nun arrangieren muss, sind klar. Einige seien hier mal kurz aufgezählt:
- Der Verlust der Multifunktionalität des Hauses, wenn es wie geplant ausschließlich nur noch für die Philharmonie zur Verfügung stehen soll
- Die Reduzierung der Platz-Kapazität, obwohl gerade in der jetzigen Dimension schwarze Zahlen geschrieben werden (z.Zt etwa 2400, dann 1800 Plätze)
- Der Verzicht auf besonders attraktive saaltechnische Vorzüge des großen Saales, z.B. das absenkbare, hochfahrbare Parkett - geeignet für sehr variablen Einsatz (Philharmonie, Gala, Tagungen, Messe, Kongress...)
- Die unverhältnismäßig hohen Kosten für den nun beschlossenen Umbau gegenüber der Kosten beim Erhalt der bewährten Kulturstätte auch unter dem Gesichtspunkt immer notwendiger rekonstruktiver Maßnahmen im überschaubaren finanziellen Rahmen. (Verbesserung der Raumakustik des großen Saales, Innengestaltung im Foyer und anderen Service-Bereichen, bauliche Maßnahmen für den Brandschutz des Hauses; selbst eine Umgestaltung der oft diskutierten, nicht mehr zeitgemäßen Außenkulisse des Palastes hielte sich finanziell im Vergleich zum Umbau in vertretbarem Rahmen). Diese Kosten sind übrigens alle bekannt, sie wurden bei den öffentlichen Debatten reichlich heran zitiert.
OK, ich denke es reicht! Habe mich schon genug über all das aufgeregt. Ich möchte jetzt zu meinem Aufruf von oben zurückkommen und
euch um folgendes, in der Sache praktisches bitten (natürlich nur wenn ihr mir vertraut - es gibt auf jeden Fall weiter unten noch eine Mail-Adresse und eine Telefonnummer vom Kulturpalast mit Ansprechpartnerin und einen redaktionell abgesegneten Artikel der Sächsischen Zeitung zum genaueren Recherchieren):
Wenn ihr nach allem Gelesenen ebenfalls empört über diese ganze Sache seid und euren Protest und eure Enttäuschung darüber kund tun möchtet, dann zeichnet euch bitte ein! Ich werde versuchen, mich mit eurem Namen und den Namen möglichst vieler Musiker-Kollegen, Partnern und im Sinne des Protests Gleichgesinnter erneut an die Dresdener
Öffentlichkeit (Sächsische Zeitung) zu wenden. Wenn ihr so möchtet auch gerne versehen mit ein, zwei kurzen Statements. Bitte teilt auch euren Wohnort mit und was ihr macht.
Die zu veröffentlichende Erklärung lautet:
"Ich bin enttäuscht über den beschlossenen Umbau des Kulturpalastes Dresden!"
Ich werde erst einmal fleißig Meinungen und Proteste einsammeln (ein paar sind schon eingegangen), um sie dann im geeigneten Moment öffentlich und - wenn schon, denn schon - gebündelt "rütteln" zu lassen.
Sendet mir eure Nachricht durch Ausfüllen des Formulars. Falls ihr noch etwas und unabhängig von mir recherchieren möchtet, hier noch der Kontakt zum Kulturpalast Dresden:
a.nollau@kkg-dresden.com, Tel: 0351 4866294, Frau Nollau
Liebe Freunde der Musik, mir ist bewusst, dass die Künste auf besondere Weise hören, fühlen und erfahrbar durchleben lassen. Ich glaube auch daran, dass besonders Künstler und Kunstliebhaber auf sensible Weise (nachvollziehbar, fühlbar und vor allem glaubwürdig) angehört werden, wenn sie sich ehrlich und nicht halbherzig zu einer wichtigen Sache äußern!
Damit verabschiede ich mich und danke euch für eure Aufmerksamkeit,
mit musischen Grüßen
Reinhard Fißler
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